Biographien
Ernst Stoiber

10.5.1922 - 10.6.1943
KJV-Leiter
Ernst Stoiber hatte schon früh persönliche Kontakte zur Widerstandsbewegung in Salzburg. So kannte er Franz Ofner aus der Schule. Mit Josef Brunnauer, der wie er selbst Tischler von Beruf war, verband ihn auch eine Freundschaft. So kam er dann in Kontakt mit Anton Reindl und Ing. Anton Schubert, von dem er gesschult wurde. Als Brunnauer im Frühjahr 1941 zur Wehrmacht eingezogen wurde, hielt Stoiber den Kontakt zur Halleiner Jugendgruppe und deren Leiter Michael Gruber aufrecht. Im Sommer 1941 war er sogar in Hallein berufstätig und pflegte so den Kontakt zur Halleiner Gruppe. Der KJV tauschste sich auch mit Angehörigen anderer widerständigen Jugendgruppen aus, wobei ihnen eine Schutzhütte am Schlenken als Treffpunkt diente.
Agnes Primocic
30.1.1905 - 14.4.2007 Agnes Primocic ist im 103. Lebensjahr gestorben. Mit Agnes verliert die KPÖ eine herausragende Mitkämpferin und ein Vorbild für viele Menschen. 1999 wurde sie gegen den Widerstand der FPÖ Ehrenbürgerin der Stadt Hallein. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren.
Im folgenden zwei Texte, in Erinnerung an eine großartige Frau:
1988 wurde von Eugenie Kain das folgende Gespräch mit Agnes Primocic anlässlich "70 Jahre KPÖ" geführt und in der 1989 erschienenen Broschüre "Frauen der KPÖ. Gespräche und Porträts" veröffentlicht.
“Mut war keine angstfreie Zone“ - Kerstin Dresing anläßlich der Präsentation des Filmes "Nicht stillhalten, wenn Unrecht geschieht."
Rosa Hofmann
27.5.1919 – 9.3.1943
KJV-Leiterin
Rosa Hofmann ("Ratzi") wurde in Linz geboren, wuchs in Salzburg-Maxglan, in einer sozialdemokratischen Familie auf und war von Beruf Näherin. Ab 1936/37 war sie in einer sozialistischen Jugendgruppe in Itzling aktiv, die als Abstinenzverein getarnt, damals wirken konnte. Hofmann organisierte mehrere Treffen mit politischen Vorträgen, an denen vor allem Anna Reindl, Maria Langwieser und Emilie Schrempf teilnahmen. Später formulierte das NS-Gericht daraus eine Frauengruppe.
Therese Roider
Die am 11. März 1897 geborene Therese Roider war Pächterin eines Gasthauses und stellte es für Treffen der illegalen KPÖ und der Revolutionären Sozialisten zur Verfügung. So verkehrten bei ihr unter anderen Anton Schubert, Heinrich Auer und der RSÖ- Funktionär Engelbert Weiß.
Anton Schubert
19.9.1910 - 22.7.1943
KP-Funktionär
Anton Schubert ("Max") wurde am 19. September 1910 in Groß-Kunzendorf (öst. Schlesien) geboren. Von Beruf war er Elektro-Ingenieur und Gewerbefachlehrer. Neben Franz Ofner und Antoin Reindl war er ein Hauptfunktionär der KPÖ, als Hauptkassier kassierte er zudem die Mitgliedsbeiträge.Schubert, der intern unter dem Decknamen „Max“ bekannt war, leitete die von ihm im Herbst 1939 gegründete KPÖ-Ortsgruppe Gnigl. Diese war neben Maxglan die wichtigste Gruppe für die Salzburger Widerstandsorganisation. Er übernahm im Februar 1941 die organisatorische Führung in der Landesleitung, nachdem Franz Ofner eingezogen worden war.
Anna und Anton Reindl
Anna Reindl
14.5.1903 - 23.8.1942
Anna Reindl stellte ihre Wohnung ab dem Frühjahr 1941 für Treffen mit Rosa Hofmann, Marie Langwieser u.a. zur Verfügung, bei denen es im Wesentlichen um politische Bildung ging. Das NS-Gericht konstruierte daraus später eine Frauenzelle. Bei diesen Gelegenheiten hielt sie politische Vorträge. Aus Sicherheitsgründen verlagerten sie später ihren Treffpunkt zur Genossin Emilie Schrempf. Sie war außerdem Kontaktfrau und Anlaufstelle, so gab sie wichtige Informationen an GenossInnen weiter. Anna Reindl ist im KZ Ausschwitz am 23. August 1942 an Ruhr und Typhus gestorben.
Anton Reindl
18.12.1903 - 8. 7. 1943
KP-Landesleiter
Der Telegrafenarbeiter Anton Reindl war für die illegale KPÖ ein zentraler Funktionär und fungierte als Hauptkassier und Organisationsleiter, indem er das „Untergebiet“ Salzburg Stadt leitete. Schließlich übernahm er im Februar 1941 die politische Führung in der Landesleitung von Ofner, nachdem dieser zur Wehrmacht eingezogen worden war. Reindl blieb mit Ofner in Briefwechsel, der versuchte, den Genossen auf diesem Wege Mut zu machen.
Franz Ofner

28.7.1921 – 15.7.1943
KP-Landesleiter
Franz Ofner wuchs in einer sozialdemokratischen Familie in Salzburg auf. Sein Vater war Mitglied des Landesparteivorstandes der SPÖ in Salzburg, Obmann des Arbeiter-Turn- und Sportvereins und Führer des Republikanischen Schutzbundes. Ofner war Friseur, trat 1935 dem KJVÖ bei und bereits ein Jahr darauf wurde er in die Leitung des Kreises Salzburg berufen. Er versuchte ab 1938, die KPÖ als Kaderorganisation wieder neu aufzubauen. So gelang ihm, bis ins Frühjahr 1940 durch die intensive Werbung von neuen Mitgliedern, in der Stadt Salzburg sechs Zellen zu bilden und ein weitverzweigtes Organisationsnetz aufzubauen, das nach Mattighofen, Bürmoos, Oberndorf und Hallein reichte.
Eisenbahner-Widerstand in Salzburg
Josef Haidinger
15.2.1898 - 11.5.1943
KP-Funktionär
Franz Aschenberger
11.7.1898 - 11.5.1943
KP-Funktionär
Josef Haidinger und Franz Aschenberger waren beide schon mehr als zehn Jahre Mitglieder der SPÖ und der Eisenbahnergewerkschaft und also bereits politisiert. Die kommunistischen Ideen und Ziele waren ihnen auf diese Weise vertraut und so haben sie sich für die KPÖ vom Sommer 1940 bis Jänner 1942 intensiv illegal betätigt. Beide übten führende Funktionen in der Reichsbahn aus. Haidinger, aus Salzburg-Gnigl, arbeitete in der Reichsbahn-Werkstatt als Schlosser und Oberwerkmann. Er war außerdem Obmann des Gnigler Sportvereins.
Der Widerstandskampf der KPÖ 1933–1945
In der Geschichte der Arbeiterbewegung gab es immer wieder Perioden, in denen sie den Kampf um ihre Rechte und Freiheiten im geheimen, von den Herrschenden verboten, ja vielfach sogar unter extremen Verfolgungen führen musste. Dies gilt im besonderen für die Kommunisten. Es gibt keinen Zeitabschnitt seit ihrer Existenz, in dem nicht irgendwo auf der Erde mit allen Mitteln, von denen des bürgerlich-demokratischen Staates mit seinen subtilen Ausgrenzungsstrategien, bis hin zur äußersten Gewaltanwendung, dem Mord, in der faschistischen Diktatur, gegen sie vorgegangen wurde. Für die Kommunisten stand nie die Frage, ob ein Verbot ihrer Organisation gleichzeitig auch das Ende ihrer Tätigkeit sei. Die Geschichte der kommunistischen Bewegung zeigt, dass sie, obschon existentiell bedroht, immer versucht hat, auch mit den kleinsten Mitteln für ihre demokratisch-humanistischen Ziele tätig zu werden und sich nie in eine passive Rolle zurückgezogen hat.



