Anton Schubert
19.9.1910 - 22.7.1943
KP-Funktionär
Anton Schubert ("Max") wurde am 19. September 1910 in Groß-Kunzendorf (öst. Schlesien) geboren. Von Beruf war er Elektro-Ingenieur und Gewerbefachlehrer. Neben Franz Ofner und Antoin Reindl war er ein Hauptfunktionär der KPÖ, als Hauptkassier kassierte er zudem die Mitgliedsbeiträge.Schubert, der intern unter dem Decknamen „Max“ bekannt war, leitete die von ihm im Herbst 1939 gegründete KPÖ-Ortsgruppe Gnigl. Diese war neben Maxglan die wichtigste Gruppe für die Salzburger Widerstandsorganisation. Er übernahm im Februar 1941 die organisatorische Führung in der Landesleitung, nachdem Franz Ofner eingezogen worden war.
So warben sie neue KPÖ-Mitglieder, indem sie Reichsbahnbedienstete organisierten und Eisenbahner veranlassten, wiederum selbst Mitstreiter zu gewinnen und weitere Zellen aufzubauen. Durch den großen Zuwachs wurde ein neues Untergebiet Reichsbahn etabliert mit den zwei große Gruppen Werkdienst und Fahrdienst.
Während Franz Aschenberger die Aufgabe des Leiters und Kassiers der Gruppe „Fahrdienst“ und später auch des Untergebiets erfüllte, übernahm Haidinger Ende 1940 die politische Leitung und leitete so neben seiner Gruppe „Reichsbahnwerkstätten“ (mit etwa 20 Mitgliedern und drei Zellenleitern) das Untergebiet „Reichsbahn allgemein“. In dieser Funktion war er auch in Kontakt mit der Landesleitung, mit der er Besetzungen von Funktionen und die weitere Arbeitsweise koordinierte. Vor allem beriet er sich mit Anton Schubert, der ihm Weisungen erteilte, und von dem er regelmäßig KPÖ-Materialen erhielt. Diese Schriften gab Haidinger wiederum zur Verbreitung an die Zellen weiter. Haidinger nahm auch die seit Ende 1941 unterbrochene Verbindung zur KPÖ Hallein wieder auf.
Er hielt ebenfalls den Kontakt zwischen der Landesleitung Salzburg und Wien aufrecht und organisierte zu diesem Zweck mehrere Besprechungen mit Wiener Funktionären in seiner Wohnung. Die geheime Anlaufstelle in Wien war dabei seine Schwester Therese Schestag, die Nachrichten zwischen Wien und Salzburg übermittelte.
Schließlich stellten die organisierten Eisenbahner mit 40-50 (gerichtlich belangten) Mitgliedern die größte kommunistische Widerstandsgruppe in Salzburg dar.
Das Ausmaß von Aschenbergers und Haidingers Widerstandstätigkeit als Reichsbeamte auf Lebenszeit ist für die NS-Justiz besonders schwerwiegend, wie aus dem Fazit des sog. Volksgerichtshofs-Urteil hervorgeht:
„Sie hatten mit ihrer Werbung Erfolge, die sich einmal sehr gefährlich auswirken konnten, da sie zuletzt 40 bis 50 Mitglieder allein in der lebenswichtigsten Verkehrszentrale der Reichsbahn geworben hatten. Sie waren Reichsbeamte, die den Treueid auf den Führer geleistet hatten und trotzdem der kämpfenden Front in den Rücken gefallen sind.“
Josef Haidinger und Franz Aschenberger sind deshalb wegen Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode verurteilt und am 11. Mai 1943 in München-Stadelheim hingerichtet worden.
An Franz Schubert erinnern in Salzburg "Stolpersteine" vor seinem letzten Wohnort.


