STAMMTISCH der LINKSDENKER

Jeden Mittwoch, 19.00 Uhr, im "Dürüm Haus", Schallmooser Hauptstr. 8, 5020 Salzburg.

Einführung in den Marxismus

Teil 1
Dialektischer und historischer Materialismus

Teil 2
Politische Ökonomie

Teil 3
Wissenschaftlicher Sozialismus

Eisenbahner-Widerstand in Salzburg

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Josef Haidinger
15.2.1898 - 11.5.1943
KP-Funktionär

Franz Aschenberger
11.7.1898 - 11.5.1943
KP-Funktionär


 
Josef Haidinger und Franz Aschenberger waren beide schon mehr als zehn Jahre Mitglieder der SPÖ und der Eisenbahnergewerkschaft und also bereits politisiert. Die kommunistischen Ideen und Ziele waren ihnen auf diese Weise vertraut und so haben sie sich für die KPÖ vom Sommer 1940 bis Jänner 1942 intensiv illegal betätigt. Beide übten führende Funktionen in der Reichsbahn aus. Haidinger, aus Salzburg-Gnigl, arbeitete in der Reichsbahn-Werkstatt als Schlosser und Oberwerkmann. Er war außerdem Obmann des Gnigler Sportvereins.


Franz Ofner warb Haidinger, dieser wurde daraufhin im Sommer 1940 KPÖ-Mitglied. Er wurde gemeinsam mit seinem Kollegen Franz Aschenberger von ihm mit der Gründung einer Ortsgruppe von Eisenbahnern beauftragt. Der in Lohnsburg (im Bezirk Ried) geborene Reichsbahn-Schaffner Franz Aschenberger wurde von Anton Reindl geworben, den er schon seit einigen Jahren kannte.

So warben sie neue KPÖ-Mitglieder, indem sie Reichsbahnbedienstete organisierten und Eisenbahner veranlassten, wiederum selbst Mitstreiter zu gewinnen und weitere Zellen aufzubauen. Durch den großen Zuwachs wurde ein neues Untergebiet Reichsbahn etabliert mit den zwei große Gruppen Werkdienst und Fahrdienst.

Während Franz Aschenberger die Aufgabe des Leiters und Kassiers der Gruppe „Fahrdienst“ und später auch des Untergebiets erfüllte, übernahm Haidinger Ende 1940 die politische Leitung und leitete so neben seiner Gruppe „Reichsbahnwerkstätten“ (mit etwa 20 Mitgliedern und drei Zellenleitern) das Untergebiet „Reichsbahn allgemein“. In dieser Funktion  war er auch in Kontakt mit der Landesleitung, mit der er Besetzungen von Funktionen und die weitere Arbeitsweise koordinierte. Vor allem beriet er sich mit Anton Schubert, der  ihm Weisungen erteilte, und von dem er regelmäßig KPÖ-Materialen erhielt. Diese Schriften gab Haidinger wiederum zur Verbreitung an die Zellen weiter. Haidinger nahm auch die seit Ende 1941 unterbrochene Verbindung zur KPÖ Hallein wieder auf.

Er hielt ebenfalls den Kontakt zwischen der Landesleitung Salzburg und Wien aufrecht und  organisierte zu diesem Zweck mehrere Besprechungen mit Wiener Funktionären in seiner Wohnung.  Die geheime Anlaufstelle in Wien war dabei seine Schwester Therese Schestag, die Nachrichten zwischen Wien und Salzburg übermittelte.

Schließlich stellten die organisierten Eisenbahner mit 40-50 (gerichtlich belangten) Mitgliedern die größte kommunistische Widerstandsgruppe in Salzburg dar.Das Ausmaß von Aschenbergers und Haidingers Widerstandstätigkeit als Reichsbeamte auf Lebenszeit ist für die NS-Justiz besonders schwerwiegend, wie aus dem Fazit des sog. Volksgerichtshofs-Urteil hervorgeht:

 „Sie hatten mit ihrer Werbung Erfolge, die sich einmal sehr gefährlich auswirken konnten, da sie zuletzt 40 bis 50 Mitglieder allein in der lebenswichtigsten Verkehrszentrale der Reichsbahn geworben hatten. Sie waren Reichsbeamte, die den Treueid auf den Führer geleistet hatten und trotzdem der kämpfenden Front in den Rücken gefallen sind.“

 Josef Haidinger und Franz Aschenberger sind wegen Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode verurteilt und am 11. Mai 1943 in München-Stadelheim hingerichtet worden.