Franz Ofner

28.7.1921 – 15.7.1943
KP-Landesleiter
Franz Ofner wuchs in einer sozialdemokratischen Familie in Salzburg auf. Sein Vater war Mitglied des Landesparteivorstandes der SPÖ in Salzburg, Obmann des Arbeiter-Turn- und Sportvereins und Führer des Republikanischen Schutzbundes. Ofner war Friseur, trat 1935 dem KJVÖ bei und bereits ein Jahr darauf wurde er in die Leitung des Kreises Salzburg berufen. Er versuchte ab 1938, die KPÖ als Kaderorganisation wieder neu aufzubauen. So gelang ihm, bis ins Frühjahr 1940 durch die intensive Werbung von neuen Mitgliedern, in der Stadt Salzburg sechs Zellen zu bilden und ein weitverzweigtes Organisationsnetz aufzubauen, das nach Mattighofen, Bürmoos, Oberndorf und Hallein reichte.
Ofner gründete Kreis- und Ortsleitungen in Salzburg und in Hallein, während er selbst die Leitung des Kreises Salzburg inne hatte. In dieser Funktion stand er mit den KJV-Gruppen in Verbindung und gab Richtlinien aus. Er entwickelte auch Materialen für politische Schulungen, so verfasste er den „Politischen Schulungsbrief der KPÖ“ zu theoretischen Fragen und die außenpolitische Schriften „Informationsblätter“. Seine Schriften wurden vervielfältigt und den Ortsgruppen der KPÖ und teilweise den KJV-Gruppen übermittelt, wobei diese jedoch nie direkt ausgehändigt, sondern stets mündlich von den Leitern weitergegeben wurden. So ist auch keines der Papiere jemals sichergestellt worden. Landeleiter Ofner bemühte sich auch um die Verbindung zur Wiener Parteileitung und koordinierte seine weitere Arbeit mit Wien. Von den Wiener GenossInnen erhielt er Schulungsmaterial und verbreitete dieses, insbesondere die „Rote Fahne“ und „Weg und Ziel“. Er erhielt auch den Auftrag, eine Landessektion mit versteckter Landesleitung in der Stadt Salzburg zu bilden und Parteiämter und Funktionärsstellen zu besetzen. Die Ortsgruppen, die aus Zellen bestanden, dehnten die Organisation schließlich auf ganz Salzburg aus (bis zum Salzkammergut in Goisern, Gruppe in Braunau).
Im Februar 1941 musste Franz Ofner zur Wehrmacht als Sanitätssoldat einrücken, versuchte aber weiterhin, seine Verbindungen aufrechtzuerhalten. Anton Reindl wurde sein Nachfolger.
Am 16.1.1942 wurde er bei seinem Wehrmacht-Truppenteil verhaftet, seine Anklage lautete auf Vorbereitung zum Hochverrat und Feindbegünstigung. Im Verhör hat er übrigens durch seine Standhaftigkeit seinem Genossen Georg Hofweirer das Leben gerettet, der von 1942 bis 1945 inhaftiert war. Schließlich wurde Franz Ofner am 27.10.1942 zum Tode verurteilt und in München-Stadelheim am 15.7.1943 hingerichtet.
In Salzburg erinnert an ihn die Franz-Ofner-Straße in Itzling.


