Anna und Anton Reindl
Anna Reindl
14.5.1903 - 23.8.1942
Anna Reindl stellte ihre Wohnung ab dem Frühjahr 1941 für Treffen mit Rosa Hofmann, Marie Langwieser u.a. zur Verfügung, bei denen es im Wesentlichen um politische Bildung ging. Das NS-Gericht konstruierte daraus später eine Frauenzelle. Bei diesen Gelegenheiten hielt sie politische Vorträge. Aus Sicherheitsgründen verlagerten sie später ihren Treffpunkt zur Genossin Emilie Schrempf. Sie war außerdem Kontaktfrau und Anlaufstelle, so gab sie wichtige Informationen an GenossInnen weiter. Anna Reindl ist im KZ Ausschwitz am 23. August 1942 an Ruhr und Typhus gestorben.
Anton Reindl
18.12.1903 - 8. 7. 1943
KP-Landesleiter
Der Telegrafenarbeiter Anton Reindl war für die illegale KPÖ ein zentraler Funktionär und fungierte als Hauptkassier und Organisationsleiter, indem er das „Untergebiet“ Salzburg Stadt leitete. Schließlich übernahm er im Februar 1941 die politische Führung in der Landesleitung von Ofner, nachdem dieser zur Wehrmacht eingezogen worden war. Reindl blieb mit Ofner in Briefwechsel, der versuchte, den Genossen auf diesem Wege Mut zu machen.
Durch seine rege Werbungstätigkeit hat der neue Landesleiter das bereits weitreichende Organisationsnetzwerk des kommunistischen Widerstands noch weiter ausgebaut. So ließ er Eisenbahner-Organisation aufbauen, was hauptsächlich von den Genossen Haidinger und Aschenberger umgesetzt worden ist. Reindl warb zu diesem Zweck gezielt Arbeiter, die ihrerseits wieder Zellen bildeten mit fünf bis zehn Mitgliedern. Schließlich umfasste die Unterorganisation etwa 40-50 organisierte Reichsbahn-Arbeiter, in einer für die Nationalsozialisten strategisch höchst bedeutsamen Industrie.
Natürlich stand Reindl auch in Verbindung mit dem ZK in Wien. Die Wiener Funktionäre, insbesondere Walter Kämpf, legten Sabotageakte in Form von Brand- und Sprengstoff-anschlägen nahe, was er, wie Ofner, jedoch generell ablehnte. Reindl entwickelte auch Manuskripte für kommunistische Schriften, die vervielfältigt und verbreitet wurden, darunter Aufrufe an Soldaten, zu desertieren.
Anton Reindl wurde am 6.April 1943 in Berlin wegen Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode verurteilt und am 8. Juli 1943 in München-Stadelheim hingerichtet.


