Cash, Crash & Crisis - Wer zahlt die Bankenkrise?
Geschrieben von: sk am Samstag, 21. Februar 2009 um 17:00 Uhr
"Die aktuelle Krise ist deshalb so gefährlich, weil sich der Schwelbrand in der Architektur der Weltwirtschaft von Raum zu Raum, von Stockwerk zu Stockwerk frisst. Charakteristisch ist dabei, dass der Brand, wenn er an einer Stelle gelöscht scheint, an anderen, oft unerwarteten Stellen auftauchen, um dann wieder auf die strategisch entscheidenden Bestandteile des Bauwerks abzustrahlen. Vor allem entwickelte sich parallel in allen drei klassischen Zentren und in wichtigen Schwellenländern eine ordinäre Wirtschaftskrise. Finanzkrise und die Krise der so genannten Realwirtschaft verbinden sich. Das klassische Muster einer schweren Wirtschaftskrise, möglicherweise einer Weltwirtschaftskrise, bildet sich heraus", schreibt Winfried Wolf in der aktuellen Ausgabe von lunapark21.
Der ehemalige deutsche Bundestagsabgeordnete und heute Chefredakteur der "zeitschrift zur kritik der globalen ökonomie - lunapark21" hat am 19.02. in Salzburg im Rahmen einer KPÖ-Veranstaltung seine Thesen zur aktuellen Wirtschaftskrise vorgestellt. Insgesamt etwa 70 ZuhörerInnen lauschten seinem fundierten Wissen und diskutierten anschließend darüber.
Finanzkrise ist ein beschönigender Begriff
Wolf betonte dabei die Falschheit der weit verbreiteten Meinung, die aktuelle Krise sei ausschließlich eine Krise der Finanzmärkte oder ginge alleine von ihnen aus. Stattdessen stellte er sechs unterschiedliche Krisenherde fest, die ab 2008 zusammenfielen und zusammen eine Weltwirtschaftskrise ergeben:
* Die Krise der materiellen Produktion, die zyklische Krise.
* Die Krise zweier Schlüsselindustrien: Auto und IT.
* Die Finanzkrise.
* Die Krise der imperialen Hegemonie des Westens.
* Die Nord-Süd-Krise.
* Die Umwelt- und Klimakrise.
Wolf lieferte den ZuhörerInnen tiefere Einblicke in jede einzelne dieser Krisen, in ihre Ursachen und ihre Ausmaße - soweit abschätzbar. Diese Krisen sind System-immanent, d.h. der Kapitalismus kann Krisen gar nicht vermeiden. Es gibt auch keinen Grund zwischen "Heuschreckenkapitalismus", "Neoliberalen Kapitalismus", "Sozialem Kapitalismus" oder Ähnlichem zu unterscheiden - es ist nämlich alles dasselbe: Kapitalismus. Krisen und andere System-immanente Erscheinungen wie Armut und Arbeitslosigkeit können nur überwunden werden, wenn auch das System, der Kapitalismus, überwunden wird. Wie jedes andere Gesellschaftssystem ist auch der Kapitalismus nicht naturgegeben, sondern von Menschen gemacht, er kann daher auch von Menschen überwunden werden. Für die KPÖ gibt es nur ein wirklich alternatives Gesellschaftssystem: den Sozialismus. Um aber erst einmal eine starke Bewegung zu erreichen, die eine Alternative erkämpfen kann, zählt Winfried Wolf "drei" to do's auf:
"Aufklären, aufklären, aufklären!"
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